Sprungziele

Zwei Rückhaltebecken bei Pillnach geplant

    Rund fünf bis sechs Millionen Euro veranschlagt - Bis 70 Prozent Zuschuss

    Pillnach (gs) Eine lange geplante Bürgerversammlung fand am Mittwoch im Haus der Gemeinschaft (HdG) statt. Bürgermeister Matthias Fischer hatte die Versammlung kurzfristig wegen des EM-Fußballspiels noch um eine Stunde nach hinten verlegt und somit auch den Fußballbegeisterten eine Teilnahme ermöglicht. 

    In seiner Begrüßung freute er sich, dass die Versammlung großes Interesse bei den Bürgern fand. Gäste aus Oberzeitldorn und der Nachbargemeinden Hof und Zinzendorf waren gekommen um sich über die Durchführung der Maßnahmen, einen eventuell baldigen Beginn und den Stand der Grundstücksverhandlungen zu informieren. Für Detailfragen waren Vertreter des Planungsbüros EBB aus Zeitlarn mit Geschäftsführer Strathmeyer geladen und als Sachbearbeiterin sollte Carola Rath von der Gemeinde Kirchroth etwas zu den Zuschüssen sagen und über die Problematik der Grundbucheintragung mit den Pillnacher Forst- und Weideberechtigten aufklären.

    Eingangs seiner Rede stellte der Bürgermeister fest, bei den letzten Hochwasserereignissen waren keine allzugroßen Schäden aufgetreten. Und doch lassen solche Ereignisse die Hochwasserschutzmaßnahmen natürlich in den Vordergrund treten. In Pillnach waren kleinere Ausuferungen des Perlbachs zu verzeichnen, ohne größere Schäden. In Oberzeitldorn in der Birkenstraße trat der Bach über die Ufer, hier leider mit vereinzelt vollgelaufenen Kellern und Gebäudeschäden. Die Feuerwehren aus Oberzeitldorn und Pillnach waren dankenswerter Weise stark im Einsatz und konnten mit Sandsäcken größere Schäden verhindern. Insgesamt sind wir mit einem blauen Auge davongekommen, wenn man Vergleiche zu anderen Gemeinden in Bayern zieht. 

    Bei solchen Wetterereignissen ist aber auch die Eigenverantwortung der Anwohner gefragt. Eine funktionierende Rückstauklappe und auch Regenwassereinlaufschächte im Hof kann man modifitieren, sodass es bei einem Rückstau nicht zu Überflutungen durch die Kanalleitung kommt. 

    Das eigentliche Thema "Rückhaltebecken in Hof und Pillnach" stand übrigens schon vor den letzten Hochwasserereignissen fest. Es wurde immer fleißig an dem Projekt gearbeitet, auch weil zwei Schwierigkeiten den Bau begleiten. Beim Becken in Hof ist das die Natura2000 Fläche. Die Naturschützer wollen diese europaweit geschützte Fläche aus dem Baugebiet nehmen. Deshalb wurden über eine gesamte Vegetationsperiode 2022 bis 2023 alle Tiere und Pflanzen erfasst, bis hin zum Elektrofischen, damit man feststellen konnte was alles im Bach schwimmt. Derzeit ist gerade jetzt die Verlegung eines Teils des Bachs in der Diskussion, weil der naturlich biotopgeschützt ist und dementsprechend auszugleichen ist. Und dann ist von der oberen Naturschutzbehörde bei einem gemeinsamen Termin noch zu hören, dass wir etwa mauscheln und ob nicht wo anders gebaut werden könnte, obwohl wir das in den letzten Jahren ausführlich ausgearbeitet haben, dass es eben nur dort geht.

    In Pillnach haben wir ein ganz anderes Problem. Nämlich den Grunderwerb von den Forst- und Weideberechtigten. Obwohl die Gemeinde mit allen Berechtigten beim Notar war, hat das Grundbuchamt keinen Eigentumsübergang beurkundet. Auch eine Überprüfung vor dem Oberlandesgericht Nürnberg brachte kein anderes Ergebnis. Carola Rath von der Gemeindeverwaltung hat sich diesem Thema angenommen und einen Lösungsansatz gefunden. Frau Rath hat mit dem Grundbuchamt Verbindung aufgenommen und sieht eine Möglichkeit zur Einigung für einen Grundstücksverkauf. Den Verband der Forst- und Weideberechtigten in einen eingetragenen Verein umzuformen könnte diese Möglichkeit sein.

    Dieses Projekt wird mit geschätzten 5-6 Millionen Euro zu Buche schlagen. Dem steht eine Förderung von 60-70 Prozent entgegen. Allerdings muss die Gemeinde die Kosten des Projekts erst einmal vorfinanzieren. Derzeit steht jedoch die Schulsanierung und deren Vorfinanzierung an. Ein Gewaltakt. Aber Bürgermeister Matthias Fischer ist sicher, den schaffen wir. 

    Anhand von Modellen der beiden Hochwasserrückhaltebecken erklärte EBB-Geschäftsführer Strathmeyer die Baumaßnahmen. Bestehende Wege werden umgeleitet. Der Abfluss, versehen mit einem großen Rechen, wird ähnlich bereits gebauter Becken auf eine begrenzte Durchflussmenge mit Flutstopper eingebaut. Die gezeigten Bilder sind allerdings noch nicht 1 zu 1 übertragbar. Dies ist erst nach der Planfeststellung möglich.

    Viele Fragen wurden zum Schluss der Versammlung an den Bürgermeister, in der Hauptsache Bachräumung und Hochwasser gestellt. Ein informativ wichtiger Abend fand weitgehend Zuspruch. 

     

    Text: Gerhard Schindler

    Animation des Hochwasserrückhaltebeckens in Pillnach
    Animation des Hochwasserrückhaltebeckens in Hof
    Alle Nachrichten

    De-Mail ermöglicht eine nachweisbare und vertrauliche elektronische Kommunikation. Zudem kann sich bei De-Mail niemand hinter einer falschen Identität verstecken, denn nur Nutzer mit einer überprüften Identität können De-Mails versenden und empfangen.

    Wenn Sie uns eine De-Mail an die oben angegebene Adresse senden möchten, benötigen Sie selbst eine De-Mail-Adresse, die Sie bei den staatlich zugelassenen De-Mail-Anbietern erhalten.

    Informationen, Erläuterungen sowie Antworten auf häufig gestellte Fragen finden Sie auf der Website www.de-mail.de des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat. Über Ihre konkreten Möglichkeiten, De-Mail für die Kommunikation mit Unternehmen und Behörden zu nutzen, informiert Sie www.de-mail.info.